Montag, 25. März 2013

Streichelpapier für einen besonderen Anlass

Geht es Euch auch manchmal so, dass Ihr Euch in ein Papier verliebt und es gar nicht verarbeiten möchtet, weil jedes Layout nicht würdig genug erscheint?

So ging es mir mit dem Bogen DP aus dem Januar-Kit von Dani Peuss, den ich am Samstag verarbeitet habe. Als ich das Papier das erste Mal sah und in den Händen hielt wusste ich sofort, dass ich es für ein ganz besonderes Layout aufheben werde.

Am Samstag vor einer Woche erhielt ich total überraschend ein Päckchen von meiner Mutter, das mich zutiefst berührt hat. In dem Päckchen fand sich das alte Poesie-Album meiner Oma, dessen ältesten Eintragungen von Mitschülern und Lehrern aus dem Jahr 1929 datieren. Dieses Album hat meine Mutter mit Bildern von mir erweitert, die ich bis dahin noch gar nicht kannte und deren Existenz auch meiner Mutter entfallen war. Sie hat in diesem Winter wieder den ein oder anderen Schrank aufgeräumt und dabei alte Dias gefunden, die sie bei meiner ältesten und besten Freundin und zugleich auch Treuzeugin nun hat entwickeln lassen – es sind Bilder von meiner Taufe, die sich heute auf den Tag genau zum 40. Mal jährt.

Beim Durchblättern hielt ich bei einem Bild inne, das meinen Bruder und mich zeigt. Mein erster Gedanke war, dass wir uns gefühlt nie so nahe waren wie auf diesem Bild. Da war die Welt noch so wunderbar in Ordnung. Dieses Bild rührt mich auch jetzt, da ich hier schreibe, noch immer so sehr, dass ich die ein oder andere Träne verdrücke. Damit war klar, dass dieses Bild und das Streichelpapier vereinigt werden müssen. Der passende und richtige Anlass war in diesem Moment da, und das ist daraus geworden.

taufe_001

Und hier noch einmal im Detail aus der Nähe.

taufe_002

Meine Freundin meint, ich würde heute manchmal noch genauso lachen.

Schwer zu erkennen und deshalb eine kurze Erklärung wert: Das zarte Lila (Blauregen) greift die Farbe der Krokusse im Hintergrund auf, die jedes Jahr zu Hunderten im Vorgarten meiner Oma blühten, und das schöne Grün (Limone) bildet das Pendant zu meinem zartgrünen Taufkleid, das meine Mutter selbst gehäkelt hat.

Ich habe bewusst auf Rosa verzichtet (nur die Feder hat einen Hauch davon), weil ich nie ein typisches rosa Mädchen war und schon gar kein Prinzesschen. Ich habe das Rosa-Gen dennoch in mir und lebe es in der heutigen Zeit ein wenig aus, wie man an meinem Bastelzimmer unschwer erkennen kann. Wer es kennt, weiß, was ich meine.

Mein Bruder hat in den nächsten Tagen Geburtstag. Ich habe unter den vielen Bildern unserer Hochzeit, die ich noch immer nicht alle gesichtet habe, ein schönes Foto von ihm und seiner neuen Lebenspartnerin gefunden, das ich am Wochenende in einem Bilderrahmen verarbeitet habe und ihm schenken möchte. Vielleicht schaffen wir es ja endlich mal, uns wieder so nahe zu kommen wie damals als kleine Kinder.

Den Bilderrahmen zeige ich Euch in den nächsten Tagen.

Kommentare:

  1. Hallo Alexandra,

    ein wirklich sehr sehr schönes Layout! Das Blau passt auch sehr gut - in unserer Kindheit gab es ja auch noch nicht wirklich so rosa sachen wie jetzt - es war doch alles ein wenig auf unisex ausgelegt...ja, mit Geschwistern ist es meist nicht so einfach, ich wünschte mir manchmal auch, es wäre leichter - so wie in den Filmen oder Büchern...

    Liebe Grüße,

    Tanja

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  2. Hallo Alexandra, das "Problem" habe ich mit Patchworkstoffen :)
    Das Layout ist toll geworden, die Farben passen super zum Foto!
    LG Ilka

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  3. Moin,
    das ist wirklich ein besonderes LO! Und mit so tollen Emotionen und Erinnerungen behaftet eine wertvolle Art der "Aufbewahrung".
    LG, Heike

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